Tagebuch Mallorca 2011


13. Tag - Porto Christo oder hobby kurz

In untypischer Reihenfolge zog es uns zuerst landeinwärts über das parallele Wellblech in das kleine Bergdörfchen Sant Llorenç, wo die Landschaft immer einsamer und stiller wurde. Der Wind verfing sich nicht nur in dem hohen Dissgras (welches bis zu 4 Meter hoch werden kann), sondern auch vorzüglich die ersten 35 km in unseren Drahteseln. Oft, sehr oft sogar, erinnerte ich mich, wie Jan Ullrich von einer Windböe erfasst im Graben gelandet war.

Nach der Stärkung im Hafen von Porto Cristo fanden unsere Guides neue Wege durch die Gärten. Endlich: Der Wind meinte es auch mal gut mit uns. Auf dem Rückweg nach Manacor hatten wir wieder freien Blick auf die verwachsenen und zum Teil über 100 Jahre alten Olivenbäume.

Das Apfelsinental durchquerend, den Cami Sa Vall hoch, ein letztes Mal das Wellblech beißend runter - ab heute sind die Berge Geschichte. :-)))

Eine flüssige, wunderschöne und sehr entspannte Ausrollrunde von 95 km mit 1000 hm.

Wie heißt es so schön auf mallorqui? Adióóós ...

Silvana


12. Tag - Kloster Lluc oder Mannis Rache

Heute sollte uns die Tour zum Kloster Lluc führen. Doch zunächst übte Manni erbarmungslos Rache für die
ihm von mir angetane Schmachen der letzten beiden Tagen: Er schmiss mich geschickt vom Rad, täuschte vorm Hotel Rechtsabbiegen an und sagte dann "links" - und schon lag ich auf der Straße.

Nachdem ich meine Wunden am Arm und Bein gesäubert hatte, konnte es los gehen. Hoch zur Tankstelle - auch Silvana schlug sich tapfer, anders als Manni am Vortag - ging es zum Kloster Lluc. Die meisten Radfahrer fahren daran vorbei. Aber ein Besuch lohnt sich.

Was lernen wir aus dem Tag: Leg Dich nicht mit dem Sportwart an, denn seine Rache ist schrecklich!

Thomas

 


11.Tag - Küstenklassiker oder Mallorca Klassiker

Die Königsetappe oder Thomas völlig schmerzfrei.
Bei strahlend blauen Himmel fuhren wir heute mit dem Bus und einem Fahrradanhänger nach Port Andratx, ganz im Westen der Insel. Von dort aus sollte es den Küstenklassiker nach Pollenca geben. NUR : Thomas hatte sich was Feines ausgedacht. Nicht die übliche Strecke zum Coll de Pi hoch, sondern über den
Coll de Galilea führte der Weg.
Gestern wollte er uns in den Feldern aussetzten, heute wollte er mich in den Bergen begraben.
Zum warm fahren erst ein einmal rund 20 km bergauf auf eine Höhe von 500 m, dann runter, sofort der
nächste Pass. Das ganze wiederholte sich bis Valldemossa ein paar mal.
Nach erst 40 km hatten wir schon fast 1000 HH. PUUHH. Da Ich ja wusste, was auf mich zu kam , war
meine Moral gebrochen. Der Schmerzfreie und Wolfgang sind dann die ganze Originalstrecke über
den Puig Major ( 900 m) zum Hotel zurückgefahren und ich dagegen nach Valdemossa runter flach über
die Felder geflüchtet.

Ich habe auf meine Körpersignale gehört und kann mit der Schmach leben. Auch wenn der Schmerzfreie
mir das wahrscheinlich die ganze RTF-Saison vorhalten wird.

Herzlichen Glückwunsch Wolfgang !
140 km bei ca. 2800 HH.

P.S Thomas war mal wieder nur mit einer Flasche unterwegs....

Manni

Nach der Flucht unseres Mannis setzen wir beide unseren Küstenklassiker fort. Dieser führte über Deja nach Soller. In Fornalutx, einem der schönsten Orte Mallorcas - immerhin wurde er schon mindestens zweimal zum schönsten Ort Spaniens gekürt - machten wir Mittagsrast bei Pa am Boli und mehreren Wassern. Danach ging es über 10 km hoch zum Puig Major auf gut 880 m. Nach dieser Strapaze fuhren wir über die Straße am Kiosk vorbei zur Tankstelle, runter nach Pollenca. In Can Picafort kamen wir heil um 19:30 Uhr an, rechtzeitig zum Abendessen. Das anschließende Radler schmeckte uns gut - und wir beide hatten es uns verdient.

Wolfgang und Thomas

 

 


10. Tag - Randa light oder die verlorenen Schäfchen ohne Hirte

Über die zuvor von Thomas ausgekundschafteten und für uns ALLE unbekannten "Ecovies" (asphaltierte Wirtschaftswegen) begab sich unsere Formation die ersten 40 km flach (Matthias fragte nach unserer Definiton von flach) über Sineu, Maria de La Salut, Santa Margalida streifend, zur ersten Pause nach Montuiri. Erstaunlich, wieviel Leben doch hinter den Tancas (ohne Bindemittel aufeinander gesetzten Steinmauern) tobte: so viele Schafe hatten wir bisweilen zu unserer linken und rechten noch nie gesehen, Pferdefarmen, Esel, Hühner und sogar einige schwarze mallorquinische Schweine.

Nach dem flachen Auftakt  folgten 7 km  bis zum unterhalb des Klosterberges gelegenen Ortes Randa, von dort aus schnürten wir die 5 km gleichmäßigen 6 %igen Serpentinen hoch - auf den 549 Meter hochgelegenen Cura. Der Rundgang, der erst seit letztes Jahr möglich ist, belohnte uns mit grandiosen Eindrücken. Einfach traumhaft, die Aussichten in alle Himmelsrichtungen!

Der Rückweg über Montuiri und Sant Joan nach Petra erforderte ein gut belegtes "Parramboli" (Bruni meint natürlich Pa amb Oli), um uns den Rest der Kaiserroute über nur stark gehütete Insiderschleichwege nach Ariany Richtung Santa Margalida zu schlagen. Doch plötzlich war unser Hirte verschwunden, um die Busfahrkarten von Alcudia nach Port Andratx zu besorgen. Wie sollte es anders sein? Die Schäfchen - ohne ihren Hirten - verfranzten sich im Labyrinth der Wirtschaftswege und Felder und gelangten nach 20 km Umweg hungrig an die Abendkrippe.

Thomas haben wir ein Sahnestückchen der allerersten Güte zu verdanken - diese geführte Tour wird so von Hürzeler nicht angeboten. Die 115 km bei 6 Stunden reiner Fahrzeit, mit 1.174 hm, waren jeden einzelnen Schweißtropfen wert.

Für die einen war es heute eine Kaiserroute, für die anderen eine Schöckelstour (in Anbetracht des morgigen Küstenklassikers, wo das Höhenprofil in der Tat einem Sägeblatt gleicht).

Silvana


9. Tag - Ostermontag
Anstelle von Silvanas "Kaisergeburtstagsetappe" wetterbedingte Busfahrt nach Palma!  Während  der 1,5 Stunden dauernden Fahrt schnarchten die Pedalritter des Vortags San Salvador-ermattet  leise vor sich hin.
In Palma war es deutlich wärmer, mit erfrischenden kleinen Tröpfchen von oben und chilligen spanischen Rumbaklängen an der Kathedrale hoch über'm Meer. Ein Café con leche und noch einer ... morgen sehen wir weiter ...

LG
Bruni

 

8. Tag - Ostersonntag in das heilige Dörfchen Colónia
Waren wir da schon einmal? Ich glaube nicht ;-))) Nach 15 km der Autobahn Richtung Arta entlang, zieht es den Verbund Silvana und Matthias magisch die letzten 8 km runter in den idyllischen und sehr überschaubaren Hafen in das verschnarchte Dörfchen Colónia, wo die aneinanderreihenden Cafes mit
Tapas und selbstgemachtem Kuchen nur so zum Verweilen
einladen. Wer hier - abseits des Mainstreams - nicht Halt macht ist selber schuld!

Unser eigenes kleines Wellblech (Insider wissen was gemeint ist) lenkt uns noch von dem aufkommenden seitlichen Wind und tief über uns hängenden Wolken vom Meer kommend ab. Aber spätestens mit 60 km/h an der Tankstelle vorbei, heißt es, den Lenker gut festzuhalten, um sich nicht zwischen den Brokkoliröschen
in Senke 1 oder 2 dazuzulegen.

Ruhig pedalierend bereiten wir uns auf unsere morgige Königsetappe auf der Baleareninsel vor und werden uns wetterabhängig irgendwo? hochkurbeln. Wohin verraten wir erst später.

Silvana

 
Stürmische Ostern
Heute ging es zum San Salvador -  ein Hügel im Süden von Mallorca. Die Anfahrt über Petra und Villafranca ging locker und flockig. In Felanitx kurze Rast mit Kaffee und Wasser, dann rauf auf den Hügel. Die Auffahrt ist ein wenig steiler als der vom Randa, aber auch für etwas Übergewichtige (wie mich) machbar. Oben bestaunten wir die 6 Weltmeistertrikots und die Kapelle.
Der Rückweg über Manacor und durch das Apfelsinental - Schweigen, nichts als Schweigen.
Gegen- und Seitenwind vom Feinsten, was die Insel zu bieten hat.
Tempo 18 statt 30 und noch 60 km vor uns. Fast trocken und reichlich platt erreichten wir unser Hotel, bevor der richtige Regen kam.

Thomas hat heute ausnahmsweise auch ein dickes Bein (Wespenstich).

Manni


7.Tag - Impressionen einer Insel

Durch das doch etwas unbeständige Wetter hier sind wir heute in unterschiedlichen Gruppen und Zeiten los gefahren.
Thomas mal wieder mit einer halben Inselrundfahrt und Silvana und Sabine zu der nahe liegenden Bucht von Can Picafort.
( Sa Colonia de Sant Pere )

Liebe Grüße
Manni ( der heute nix geleistet hat)


6.Tag - Kleiner Abstecher nach Marokko
Regen oder kein Regen? Das war heute die wichtigste Frage. Pünktlich um 10 Uhr setzte erneut ein Regenschauer ein, der beide Tagesplanungen "erst einmal" verwarf. Aber nach jedem Regen folgt Sonnenschein. Schnelle Wetterumschwünge sind hier keine Seltenheit.

Die Entscheidung unseres Guides Wolfgang über Sant Pere ins Cafe Casablanca nach Betlem zu fahren, war für eine Kurzstrecke von 50 km mit 500 hm ganz schön sportlich: es ging quasi über Israel nach Marokko. Und die ganze Himmelfahrt nur für en Prummetaat!

Dazu dräuten trotz strahlend blauem  Firmament massive Wolkengebilde, um die hinter uns aufragenden Felsspitzen. Der Wilde Kaiser (Österreich), ein alter Vorfahr unserer Kassiererin, lies grüßen.

Silvana

Fahrt nach Randa
Nach einem kräftigen Regenschauer heute morgen ging es dann doch noch los auf zum Cura .
Besser bekannt unter der Randa Tour 100 km mit ca.800 HH. Über bekannte leicht bucklige Wege ging
es nach mounturi , dort erst einmal eine kurze Rast und Flaschen auffüllen. Ich hatte nicht gedacht , dass
es heute noch so warm wird. Falsche Kleidung zu wenig zu trinken dabei und dann noch vergessen einzucremen . Na ja man / ich lerne noch dazu. Oben angekommen hat man einen wunderbaren
Rundumblick auf Mallorca. Palma ,
der Flughafen sowie der Kölner Dom sind von dort aus gut zusehen. Na ja den Dom nur bei sehr schönem Wetter.
Die Abfahrt und der Rückweg waren ein Genuss, da bis zum Hotel fast nur noch Rückenwind angesagt war. Also nicht durch Regen abschrecken lassen, das Wetter dreht hier sehr schnell.
Und mein Sonnenbrand wird mich erinnern, es ist fast Sommer. Fast.

Gruß Manni


5.Tag - Ruhetag oder HaallLOOOO?

Einer für Alle - so ist das in einem Verein. Ausreißer Thomas S. aus B. hatte keine Zeit sich auszuruhen. Uns war bereits nach kürzester Zeit klar, dass es sich nicht - wie angekündigt - nur um eine kurze Ausrollrunde handeln würde. Alibi, reinstes Alibi! Endlich, nach 5 Stunden und schlappen 99,97 km alleine gegen den Wind kämpfend, wurde er wieder gesichtet. Stolz verkündete er voller Inbrunst: "Ich bin mal ein paar Wege für UNS abgefahren". ..
Vorbildlich, einfach nur vorbildlich.

Silvana

 

4.Tag - Der Norden lockt mit schönen abwechslungsreichen Strecken

Cap del Pinar
Während sich die 3 Speedies frühzeitig auf den Weg machten, die Schlange zu besiegen,  bezwangen die 5 Plauschies die steile  Bergstraße (15 %)  zur Eremitage de la Victoria.  Durch steile Kurven genossen alle RTC'ler die traumhafte Aussicht dieser abgelegenen Bucht. Der Rückenwind am Meer entlang nach  Porto Pollenca Richtung Kloster Luc drehte auf dem Heimweg, was aber dem Zickzackkurs auf ruhigen und zum Teil mittlerweile neu asphaltierten "Hohlwegen" (kann Bruni genau erklären) durch das mallorquinische Flachland nach Can Picafort keinen Abbruch tat.  So in etwa hatten wir auf 60 km 400 hm zu überwinden.

Silvana

Calobra Pass oder die Schlange die beissen kann
Heute ging es zu Dritt über Santa Maria und Bunyola nach Port de Soller.
Bis dort hin mußte schon mal ein kleiner Pass bezwungen werden.
Der Coll de Soller liegt auf 496 m und läßt sich ohne sich zu verausgaben ruhig hoch fahren. Von dort aus ging es in rasanter Abfahrt zum Hafen von Soller.
Wir wollten um 13 Uhr die Fähre erreichen und haben es auch gut geschafft.
Mit der Fähre ging es an den Steilküsten entlang zum Torrent de Pareis.
Hier beginnt der wohl imposanteste Aufstieg auf der Insel.
Jeder der den Calobra Pass schon einmal gefahren ist kommt wohl nicht mehr aus dem Schwärmen heraus . An zerklüfteten Felsen vorbei schlängelt sich der Weg ca.
10 km bergauf mit max.Steigungen von 14 %.
Ein wenig trainiert sollte man schon sein um Spaß an dieser Auffahrt zu haben.
Am berühmten Kiosk kurze Rast und dann die letzten 35 km in Rasanter Abfahrt nach Pollenca. Thomas unsere Berziege hat seinen persönlichen Rekord gebrochen, er war in 49 Minuten oben.
Ein toller Tag eine fantastische Stecke, Radlerherz was willst Du mehr.

Manni

 
 
 

 3.Tag - Eine kurze vor der langen oder ... eine flache vor der buckeligen Tour

Das RTC-Team schnurrte heute wie ein Lämmchen hinter unserem erfahrenen Mallorcaguide Thomas her.
Auf ruhigen Insiderwegen durch mehrere Sümpfe und vorbei an Kartoffel-, Zwiebel- und Artischockenfeldern führte uns die Strecke durch Sa Pobla, Campanet Richtung Pollenca. Wenn das reichhaltige Frühstück nicht die 35 km bis ins Peter Maffey Tal angehalten hätte, wären wir doch prompt der "Brotzeit"-Aufforderung auf die Arbeitsfinca von Peter Maffey nachgefahren.

Nach dem 18%igen Anstieg am Golfplatz von Pollenca
... Wir unterbrechen für einen kurzen Werbeblock ...
wurde es Zeit für eine verdiente Kaffeepause.

Im lockeren Grundlagentraining ging es fast auf direktem Wege zurück.

Eine leichte, letzte Einrollrunde (in Vorbereitung auf Sa Calobra) eben ...
Liebe Grüße Silvana

 

2.Tag - od. Jeden Tag ein Hügel

Heute ging es über Muro und Sineu nach Petra.
Petra ist im Frühjahr die größte Anlaufstation für Radfahrer in Mallorca.
Ein kleiner Ort im Landesinneren der mit seinem Marktplatz eine
magische Anlaufstation ist.
Um die Sache abzurunden zeigte uns Thomas noch die Ermita de Bonany.
Von dort oben hat man ein tollen Ausblick auf Petra.
Die heutige Tour hat 78 km und rund 700 HH.

Lieben Gruß
Manni


1.Tag - in Mallorca

Bei strahlendem Sonnenschein und idealen Voraussetzungen ging es heute
von Can Picafort auf die erste Tour.
Es ist schon Tradition, dass wir die erste Tour nach Cala Sant Vicenc fahren.
Um 11 ging es los, endlich.
Die Vorfreude war uns allen ins Gesicht geschrieben.
Auf Nebenstrassen ging es zur Lieblingsstelle von Peter Ustinov, der
hier des öftern mit seinem Segelboot halt gemacht hat.
Nicht genug damit. Auf dem Rückweg nach Port de Pollenca fuhren wir zu sechst
noch den ersten Anstieg zum Cap de Formentor hoch.
Die Aussicht von hier oben ist unbeschreiblich.

Es grüßen Silvana, Sonja, Sabine, Wolfgang, Bruni, Thomas , Mattes und
Manni